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Neobroker vor dem Aus? Payment for Order Flow wird verboten

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Die EU will Payment for Order Flow verbieten. Was "PFOF" ist und was das Verbot für Neobroker bedeutet.

Neobroker vor dem Aus? Payment for Order Flow wird verboten
 
  • Level: Für alle
  • Lesedauer: 3 Minuten
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Payment for Order Flow: Was ist das?

Payment for Order Flow ist bei den meisten deutschen Brokern gern genutzte Praxis. Vor allem Neobroker nutzen diese Methode, um extrem günstige Konditionen für den Wertpapierhandel anzubieten und so die Kosten für Anlegerinnen und Anleger zu senken – was gut für dich ist. Doch wie funktioniert PFOF genau?
Payment for Order Flow beschreibt eine Rückvergütung (sog. “Kickbacks”) des Handelsplatzes zum entsprechenden Broker. Der Broker geht also mit einem Handelsplatz einen Vertrag ein und sichert dem Partner zu, die über den Broker getätigten Orders der Kunden (auch Flow genannt) zum entsprechenden Handelsplatz zu leiten. Im Gegenzug erhält der Broker vom Handelsplatz eine Vergütung.
Diese Praxis ist speziell bei kleineren Handelsplätzen üblich. Als Konsequenz bieten die Broker den Handel über die entsprechenden Börsen zu besseren Konditionen an. Aus diesem Grund sind auch viele Broker-Aktionsangebote an bestimmte Handelsplätze gebunden und manche Neobroker bieten den Handel generell nur über einen bestimmten Handelsplatz an.
Der Vorteil: Durch dieses Geschäft können die Broker zusätzliche Einnahmen generieren und somit die Handelskosten für Anlegerinnen und Anleger reduzieren. So machen es beispielsweise auch die sehr günstigen Neobroker, bei denen Wertpapiere wie ETFs teilweise sogar komplett gebührenfrei gehandelt werden können. Dieses Modell hat also einen großen Einfluss auf die Brokerlandschaft und sorgte unter anderem für den Aufstieg der Neobroker in Deutschland und Europa.
Wichtig zu wissen: Nicht nur Neobroker arbeiten mit PFOF. Auch konventionelle Online Broker machen hiervon Gebrauch und generieren dadurch zusätzliche Einnahmen.
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PFOF-Verbot ab 2026: Was bedeutet das für Neobroker?

Nun hat die EU-Kommission entschieden: Payment for Order Flow soll verboten werden. Das Verbot, das in anderen europäischen Ländern bereits gilt, soll spätestens 2026 auch in Deutschland in Kraft treten. Bedeutet dies das Ende der Neobroker?
Die kurze Antwort auf diese Frage ist: Nein.
Denn die fehlenden Einnahmen durch den Wegfall von Payment for Order Flow betreffen alle Broker. Voraussichtlich werden also alle Angebote – sowohl die der Neo- als auch die der konventionellen Broker – für Anlegerinnen und Anleger teurer. Die Neobroker dürften aller Voraussicht nach aber dennoch ihre Kostenführerschaft gegenüber der Konkurrenz behalten.
Darüber hinaus ist bis 2026 noch Zeit – und Scalable, Trade Republic und Co. zeigten sich bereits in der Vergangenheit sehr kreativ in der Gestaltung neuer, günstiger Angebote für Anlegerinnen und Anleger.
Zudem war über ein mögliches PFOF-Verbot bereits länger diskutiert worden, so dass diese Entwicklung die Broker nicht allzu sehr überraschen dürfte.
Doch warum wird PFOF eigentlich verboten, wenn es das Handeln für dich günstiger macht – zumal alle Kosten transparent bei jedem Broker in einem Kostenausweis ausgewiesen werden? Wer also wissen möchte, wie hoch diese Vergütung ist, kann diese im Kostennachweis vor jeder Orderaufgabe bei seinem Broker einsehen.
Die kurze Antwort auf diese Frage ist: Wegen guter Lobbyarbeit der großen Börsen.
Denn die großen Börsengruppen in Europa haben kein Interesse daran, dass die Orders vieler Kundinnen und Kunden über kleine Regionalbörsen abgewickelt werden. Dazu muss man wissen, dass das Modell der Regionalbörsen im europäischen Vergleich einzigartig ist und es das in dieser Form nur in Deutschland gibt.
justETF Tipp: Eine Übersicht über alle Handelsplätze und Regionalbörsen findest du in unserem Artikel: Handelsplätze im Vergleich – wo du ETFs handeln solltest.
Zwar wird von Kritikern oftmals als Argument gegen PFOF angebracht, dass die zu zahlenden Geld-/Brief-Spannen an den Regionalbörsen höher sind als beispielsweise auf XETRA. Wissenschaftliche Studien konnten diese These aber nicht belegen.
Außerdem bieten eigentlich alle konventionellen Broker und auch manche Neobroker wie zum Beispiel Scalable Capital die Option an, über XETRA zu handeln. Hier hast du also die Wahl. Allerdings fallen beim Handel über XETRA entsprechend höhere Ordergebühren an. Bei anderen Neobrokern besteht diese Option nicht. So werden beispielsweise bei Trade Republic alle Orders über LS Exchange, das elektronische Handelssystem der Börse Hamburg, abgewickelt.
Die Regionalbörsen und außerbörslichen Handelsplätze selbst sehen ihr Geschäftsmodell durch das Verbot übrigens nicht in Gefahr. Die Handelsplätze verlieren zwar voraussichtlich Ordervolumen, müssen für das verbleibende Volumen aber keine Vergütungen mehr an Broker zahlen.

Fazit

Unser Fazit für dich ist: Abwarten und Tee trinken. Bis 2026 bleibt noch viel Zeit und bis dahin werden vor allem die Neobroker aller Voraussicht nach neue, innovative Ideen präsentiert haben, wie der Handel für dich so günstig wie möglich abgewickelt werden kann.
Auch wenn es aktuell noch keine konkreten Neuigkeiten der Anbieter gibt, bleiben wir für dich natürlich dran und versorgen dich mit aktuellen News zu diesem Thema, sobald es etwas Spannendes zu verkünden gibt.
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